Wie das Reisen dich verändert

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I am not the same having seen the moon shine on the other side of the world.

Mary Anne Radmacher

 

Das Reisen verändert einen Menschen, ob er nun will oder nicht! Vor allem wir Deutschen sind ja häufig „Kopfmenschen“ und brauchen für alles einen genauen Plan, Regeln und möchten gut informiert sein, bevor wir eine Entscheidung treffen. Auf meiner Reise sind mir 3 Dinge besonders stark aufgefallen, in denen sich jeder Backpacker entwickelt und verändert und aus meiner Sicht ist diese Entwicklung für das spätere Leben sehr prägend. Hierüber sind sich auch viele Arbeitgeber im Klaren, weshalb wohl heutzutage Auslandsaufenthalte gern im Lebenslauf gesehen werden. Ich bin gespannt, ob du dich in den 3 folgenden Punkten wiederfinden wirst. 🙂

Vom Nichtskönner zum Überlebenskünstler

Da ich erst nach meinem Studium nach Neuseeland gegangen bin, war ich natürlich schon ein bisschen älter als die „frischen“ Abiturienten. Zudem lebte ich da bereits anderthalb Jahre allein und hatte weder finanziell noch beim Haushalt die Unterstützung meiner Eltern. Ich war es also gewohnt, für mich selbst zu sorgen. Es war daher sehr amüsant mit anzusehen, wie sich die jüngeren so durchs Backpacker-Leben schlugen und scheinbar Lektionen fürs Leben lernten. Kochen, Wäsche waschen, Versicherungen abschließen, einkaufen gehen, mit dem verdienten Geld wirtschaften, arbeiten gehen und sparen waren für die meisten Neuland. Ich möchte hier natürlich nicht alle über einen Kamm scheren, denn Ausnahmen bestätigen die Regel und so gab es auch einige, die für ihr Alter schon sehr reif waren. Aber ausgegangen vom „Stereotypen“ des deutschen Abiturienten, der bei Mama und Papa wohnt und sich bisher vor Hausarbeit und arbeiten gehen drücken konnte, kommt da ganz schön viel Verantwortung auf einen jungen Menschen zu – und das auch noch am anderen Ende der Welt! Ich kann euch sagen, ich habe einige sehr belustigende Situationen gesehen, in denen junge Männer zu Erwachsenen werden, weil sie zum ersten Mal ihre Unterwäsche selbst gewaschen oder Nudeln über offenem Feuer gekocht haben. Ein Auslandstrip kann für den ein oder anderen eine echte Bewährungsprobe für ein selbstständiges Leben werden.

Vom scheuen Reh zum Redenschwinger

Gehörst du auch zu den Menschen, die sich, bevor sie irgendwo anrufen im Kopf einen ausformulierten Satz erarbeitet haben, weil man sonst nur verwirrt vor sich hin stammeln würde? Bist du auch eher der Typ Mensch, der lieber 3 Stunden beim Arzt herumsitzt und sich zum 20. Mal fragt, ob man vielleicht vergessen wurde, als nachzufragen, wann man dran ist? Und gehörst du auch zu den Menschen, die nichts kaufen, was in verschlossenen Vitrinen ausgestellt wird, weil man dann erst das Personal fragen müsste, ob man die Uhr anprobieren kann und sich dann verpflichtet fühlt sie zu kaufen, weil die nette Verkäuferin einem ja extra die Vitrine aufgeschlossen hat? JA?? Dann wird es Zeit, dass du dich dem besten Unterricht für Selbstbewusstsein in der Kommunikation stellst, den die Welt zu bieten hat.

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Beim Backpacking kommst du ohne Fragen zu stellen nämlich nicht sehr weit. Du bist auf die Hilfe anderer Menschen angewiesen, wenn du auf dem Highway in einem Funkloch eine Autopanne hast und ohne fremde Hilfe nicht weg kommst. Du musst Fragen stellen, wenn du nach einem Spot suchst, der nicht ausgeschildert ist, für den du aber mehrere Stunden gefahren bist und einfach umkehren keine Option ist. Du lernst jeden Tag neue Menschen kennen, die dich kennen lernen wollen, die dir Fragen stellen und die du manchmal vielleicht auch einfach nicht verstehst, weil ihr nicht die selbe Sprache sprecht und daher mit Händen und Füßen kommuniziert. Am Ende einer solchen Reise kommst du als selbstbewusste Person zurück, die mittlerweile weiß, dass es eigentlich keine große Sache ist, wenn man mit fremden Menschen spricht oder um einen Gefallen bittet.

Vom Spießer zum Hippie

Wir Deutschen neigen ja dazu, stets pünktlich, sauber und perfektionistisch zu sein. Zumindest laut Klischee – und im Grunde keine schlechten Eigenschaften. Das kann uns aber auch in mancher Lebenslage ganz schön verkrampft und unflexibel machen. Tatsächlich ticken die Uhren und die Menschen auf der anderen Seite des Globus’ etwas anders. In Verbindung mit der Tatsache, dass man ein Leben voller Freiheiten genießt, macht einen das Leben am anderen Ende der Welt ziemlich entspannt und locker. Während du am Anfang womöglich noch beim ersten Free Campground auf dem Absatz des Plumpsklos eine Kehrwende machst, hockst du dich wahrscheinlich einige Monate später einfach drauf und erzählst dem Possum, das sich neben dir am Backpackermüll zu schaffen macht, deine Lebensgeschichte. Am Anfang spülst du dein Geschirr ganz ordentlich mit Schwamm und Spülmittel, am Ende weißt du, dass kurz ausgespült  und trocken gewischt sauber genug ist, um wieder draus zu essen. In Deutschland kaufen wir um Gottes Willen kein Auto, das nicht scheckheftgepflegt ist und bei dem alle technischen Details auswendig gelernt wurden – in Neuseeland kannst du schon froh sein, wenn der Händler weiß, wie viel PS das Auto überhaupt fährt, denn in Neuseeland interessiert das nunmal keinen.

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Beim Backpacking geht es nicht darum, alles immer richtig und perfekt zu machen. Beim Backpacking geht es darum, dass du aus jeder Situation das beste machst, dass du durch Fehler fürs Leben lernst und dank deiner Erlebnisse Geschichten hast, mit denen du am Lagerfeuer andere zum Lachen, Staunen oder Weinen bringst. Du wirst mal Handwerker sein, mal Mechaniker, mal bist du Tom Hanks bei Cast Away, der ums nackte Überleben kämpft und mal wirst du bluten und ab und zu auch büßen. Du wirst aber vor allem zu einem Menschen, der sagen kann „Ach, was soll’s, das wird so schon funktionieren!“ und sich auch mal wagt ein Risiko einzugehen. Denn das schöne ist, wer sich weniger Sorgen macht, hat den Kopf frei, um sich mehr mit den Freuden seines Lebens zu beschäftigen und Spaß zu haben. Loszulassen ist nämlich manchmal die beste Art, um sich durchs Leben führen zu lassen.

Und wenn du dich in jedem der drei Punkte wiedergefunden hast, weil auch du der „Nichtskönner“, das „scheue Reh“ und der „Spießer“ bist, dann wird es Zeit, dass du dich der Herausforderung stellst und die Reise deines Lebens antrittst, die dich nachhaltig verändern wird!

Lasst mir in den Kommentaren gern eure Backpacking-Erlebnisse da und erzählt mir, in welcher Hinsicht euch das Reisen verändert hat!

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4 Kommentare

  1. Imke sagt:

    Hey Matthea, in allen Punkten außer dem ersten kann ich mich wiederfinden, nachdem ich zwei Jahre in Australien war, drei Monate in Asien und seit Juni in Neuseeland bin. Schön geschrieben! Liebe Grüße, Imke

  2. Saskia sagt:

    Hahahaha hierüber“Bist du auch eher der Typ Mensch, der lieber 3 Stunden beim Arzt herumsitzt und sich zum 20. Mal fragt, ob man vielleicht vergessen wurde, als nachzufragen, wann man dran ist?“ musste ich ja gerade am meisten schmunzeln!! 😉

    Wiedermal sehr schön geschrieben.

  3. Jenny sagt:

    Hi Matthea,

    Echt guter Artikel! Ich konnte mich in allen 3 Punkten wiederfinden, musste ab und zu beim lesen echt schmunzeln 🙂 Bin selbst nun seit knapp 11 Monaten in Australien unterwegs (auch nach dem Studium erst den Schritt gewagt) und kann dir einfach nur komplett zustimmen!

    Liebe Grüße,

    Jenny

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